Techniker der Stadtverwaltung sammeln alle städtebaulichen Informationen über das Restaurant, das am Donnerstagnachmittag (23.05.2024) an der Playa de Palma auf Mallorca eingestürzt ist, und versuchen zu überprüfen, ob die Terrasse illegal war.
Das Gebäude wurde einer technischen Inspektion (ITE) unterzogen, bei der kleine Schäden festgestellt wurden, die die Struktur nicht gefährdeten, und bei der darauf hingewiesen wurde, dass das Dach (das später als Chill-out-Terrasse genutzt wurde) „nicht begehbar“ sei.
In diesem Winter wurden Arbeiten im Restaurant Medusa in der calle Cartago 36 durchgeführt, und die geforderten Verfahren werden derzeit von den Technikern überprüft, da das Dach offenbar keine schweren Gewichte tragen kann und daher nicht als Restaurantterrasse genutzt werden kann.
Was genau für den Einsturz des Gebäudes auf Mallorca ursächlich ist, bleibt weiterhin Gegenstand von Ermittlungen. Indes hat sich aber die Architektenkammer der Balearen zum tragischen Einsturz des Medusa Beachclubs in Play de Palma geäußert und neben dem Faktor Überlastung weitere mögliche Ursachen ins Gespräch gebracht.
Der Vorsitzende der Kammer, Bernat Nadal, hat gegenüber dem Sender IB3 erläutert, dass der Einsturz auf das Baumaterial des Gebäudes, die jüngsten Bauarbeiten oder aber auch die Umwidmung des eigentlichen Wohngebäudes zu einer Gaststätte zurückzuführen sein könnte.
Damit schlägt Nadal in eine ähnliche Kerbe, wie Vertreter der Anwohnerschaft zuvor. „Ursprünglich handelte es sich um ein Wohnhaus, aber vor einigen Jahren wurde es in ein Geschäftslokal umgewandelt, und die Überlegungen, die bei der Berechnung der Struktur und der sanitären Einrichtungen angestellt werden müssen, sind anders“, so der Experte. Die Gewerkschaft UGT Baleares kritisiert indes die Stadtverwaltung von Palma, da diese nicht die „notwendigen technischen Kontrollen durchführt, um die Sicherheit zu gewährleisten“.
Ersten Angaben zufolge war die Fläche etwa 140 Quadratmeter groß und hatte ein Gewicht getragen, für das sie nicht vorbereitet war. Ein Teil der Struktur bestand aus Marés-Platten und veralteten Materialien. Stühle, Tische und Kunden hatten ein Gewicht, das sie nicht aufnehmen konnte, und brachten sie zum Einsturz.
Die Techniker untersuchen auch, ob der Geschäftsmann die angrenzenden Räumlichkeiten gemietet hat, um die Terrassen miteinander zu verbinden und mehr Platz zu haben. Das Gebäude gehört einem Mallorquiner namens Bernardo G.LL., der es an einen bekannten Geschäftsmann in der Gegend vermietet hat, der in der Nähe weitere Geschäfte betreibt. Zu diesem Zeitpunkt sollen die Arbeiten, die nun unter Verdacht stehen, durchgeführt worden sein.
Am heutigen Freitagmorgen begab sich ein Team aus städtischen Technikern der Stadtverwaltung und Beamten der wissenschaftlichen Polizei zu dem eingestürzten Gebäude, um die Untersuchung der Ursachen fortzusetzen, die in den nächsten Tagen bekannt sein werden. Wie der Leiter der Feuerwehr von Palma bestätigte, gehen die Ermittler davon aus, dass die Hauptursache für den Einsturz eine Überlastung der Struktur ist, was nun überprüft werden muss.
Das Stadtplanungsamt der Stadtverwaltung von Palma prüft derzeit die Akten der Bau- und Betriebsgenehmigungen des Unternehmens, das sich in dem eingestürzten Gebäude an der Playa de Palma befand. Der Stadtrat von Palma, Óscar Fidalgo, teilte mit, dass „wir uns die Akten des Gebäudes ansehen und darauf warten, dass die Techniker des Stadtplanungsamtes zusammen mit der örtlichen Polizei und der Feuerwehr von Palma ihre Arbeit machen“.
Fidalgo versicherte, dass „wir in Kürze, also nächste Woche, endgültige Ergebnisse haben werden. Der Rest ist reine Spekulation“. Der Stadtrat erklärte, dass untersucht wird, welche Art von Baugenehmigung er erhalten hat, und da es sich um einen Vorfall mit Todesopfern handelt, „wird ein Verfahren eingeleitet“.
Fidalgo erklärte, dass Urbanisme die Akte zu diesem Unternehmen und dem Gebäude „gründlich“ prüft. Die Abteilung für Städtebaudisziplinen erstellt den Bericht und Techniker dieser Abteilung waren bereits gestern Abend [Donnerstagabend] vor Ort, um zu analysieren, was passiert ist“.
Quelle: Agenturen




